Theaterprojekt Kolumbien

Theater-Projekt kommt in Kolumbien zur Aufführung

St. Georgen | von Roland Sprich | 12. August 2019 | Quelle: Südkurier

Kaum sind die Schulferien im September zu Ende, gehen acht Schüler und zwei Lehrer des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG) auf große Reise. Genauer, nach Kolumbien in Südamerika. Dort werden sie an einem deutsch-kolumbianischen Theaterprojekt teilnehmen.

Michaela Conzelmann, Lehrerin am Thomas-Strittmatter-Gymnasium, erläutert, wie es zu der Reise kommt. „Wir sind mit unserer Schule seit einigen Jahren im Rahmen eines Chat-der-Welten-Projekts über die sozialen Netzwerke im intensiven Austausch mit einer kolumbianischen Schule und haben bereits an verschiedenen Themen gemeinsam gearbeitet“, so Conzelmann. Ein Schwerpunkt dabei lag auf der theaterpädagogischen Arbeit. Gemeinsam mit dem Theaterregisseur Wolf Wilms, der sowohl in Kolumbien als auch an der pädagogischen Hochschule in Heidelberg unterrichtet, und bereits mehrfach am TSG vorbeischaute, wurde ein gemeinsames Theaterstück erarbeitet. Nachdem das TSG für sein Engagement in den Bereichen Nachhaltigkeit, interkulturelle Begegnungen und fairer Handel im vergangenen Jahr bei einem Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik den mit Geld dotierten Sonderpreis des entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramms ENSA gewonnen hat, besteht nun die Möglichkeit, die Reise nach Kolumbien zu unternehmen. Rund drei Viertel der Reisekosten sind durch den ENSA-Preis gedeckt.

Den Alltag kennenlernen

18 Tage, vom 14. September bis 2. Oktober, werden die Schüler aus den Klassen 9 und höher nach Kolumbien reisen. Dort werden sie mit den Schülern der „Escuela normal superior Maria Auxiliadora“ in der Stadt Copacabana das gemeinsame Theaterprojekt achtmal aufführen. Die Stadt liegt etwa eine Flugstunde nordwestlich entfernt von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Außer den Theateraufführungen werden die Schüler den kolumbianischen Alltag kennenlernen. Und auch den Schulalltag in der Schule erleben, die von katholischen Nonnen geführt wird. „Und wir werden uns am Beispiel Regenwaldabbau natürlich auch mit dem Thema Klimawandel beschäftigen“, so Conzelmann. Aber auch andere Themen, wie ein Straßenkinderprojekt, werden die Schüler vor Ort angehen.

Bei den Vorbereitungen zu der Reise wurden die Teilnehmer auch für die besondere Sicherheitslage sensibilisiert. „Wir haben ein regelrechtes Sicherheitstraining durchlaufen.“ So wurden die Teilnehmer dahingehend gebrieft, dass sie beispielsweise keine Markenkleidung tragen, nirgends allein hingehen und Smartphones in der Öffentlichkeit nicht offen zeigen sollten.

Wie Michaela Conzelmann erklärt, waren die Vorbereitungen für die anstehende Reise für die Schüler mit einem hohen Zeitaufwand im Vorfeld verbunden, die das Theaterstück außerhalb der Schulzeit einstudierten. Nach der Rückkehr der Reise werden die Schüler über das Erlebte in Vorträgen an der Schule und auch für die Öffentlichkeit berichten.

Im März nächsten Jahres werden dann kolumbianische Schüler in St. Georgen erwartet, damit das Theaterprojekt auch hier aufgeführt werden kann. Für die Reisekosten für die kolumbianischen Schüler hofft Conzelmann auf erneute ENSA-Förderung. Für den Restbetrag suchen die Organisatoren noch Unterstützer, damit die kolumbianischen Schülern bei den Reisekosten entlastet werden können. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier noch etwas finanzielle Unterstützung erhalten würden“, so die Lehrerin.

Theater-Projekt

Das deutsch-kolumbianische Theaterprojekt nennt sich „Emigración fatal“. Darin geht es um einen Blick in die Zukunft, wonach die Erde aufgrund des Klimawandels und anderer Umwelteinflüsse unbewohnbar geworden ist. Den Menschen bleibt nur die Flucht auf einen paradiesischen Planeten namens Tambora. Einige Kinder werden hierbei als Testpersonen vorausgeschickt, die die Herausforderungen des Lebens in der neuen Heimat meistern müssen. Das Stück ist zweisprachig und mit vielen choreografischen Elementen angereichert. (spr)

Die TSG-Schüler des deutsch-kolumbianischen Theaterprojekts „Emigración fatal“. Acht von ihnen werden im September nach Kolumbien reisen, wo das Stück gemeinsam mit kolumbiansichen Schülern mehrfach aufgeführt wird. | Bild: Michaela Conzelmann

Deutsch-kolumbianisches Theaterprojekt „Emigración fatal“ 2018-20

Seit Beginn des Schuljahres 2018-19 läuft, ermöglicht durch den ENSA-Sonderpreis 2018, ein großes deutsch-kolumbianisches Theaterprojekt gemeinsam mit der Escuela Normal Superior María Auxiliadora in Copacabana/ Kolumbien mit dem Titel „Emigración fatal“. Die Erde ist in diesem Stück unbewohnbar geworden. Zum Glück hat sich ein anderer Planet gefunden, auf dem menschliches Leben möglich ist. Eine Gruppe von Kindern wird vorausgeschickt, aber die Kinder sehen in ihrer neuen Umgebung eine Bedrohung und geraten darüber in Streitigkeiten…

Es hat sich auf beiden Seiten des Atlantiks je eine Theatergruppe formiert, die in engem Austausch ist und das Stück unter Regie von Prof. i.R. Wolf Wilms einstudiert. Seit September 2018 kommt Herr Wilms etwa einmal im Monat zu Besuch, bringt uns die Grundbegriffe des „choreografischen Theaters“ nahe und erarbeitet mit uns die Szenen.

Zuerst wird „Emigración fatal“ im Herbst 2019 zur Aufführung gelangen, wenn eine 11-köpfige Delegation vom TSG in Copacabana zu Gast sein und das Stück gemeinsam mit dem kolumbianischen Ensemble auf die Bühne bringen wird.

Für März 2020 ist bereits der Gegenbesuch aus Copacabana fest eingeplant und die Stadthalle für eine ganze Aufführungswoche (mit exklusiven Schüler-Vorführungen und Aufführungen für die Öffentlichkeit) gemietet.

Die Begegnungsreise nach Kolumbien im September 2019 ist eingebettet in ein volles ENSA-Jahr (ENSA: „Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm“) mit Auftaktkonferenz, Vor- und Nachbereitungsseminaren mit zwei uns exklusiv zur Seite gestellten TrainerInnen sowie einer Evaluierungskonferenz. Schon zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass wir schon unglaublich viel gelernt haben und das große Theaterprojekt unseren Horizont erheblich erweitert!


Aufführungen in Kolumbien und St. Georgen: Das TSG startet ein großes Theaterprojekt

ST. GEORGEN | 07. Mai 2019 | VON LEA SPORMANN | Quelle: Südkurier

  • Zusammenarbeit mit südamerikanischer Schule
  • Stück wird in beiden Ländern aufgeführt

Rund 18 Schüler des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG) stellen ein großes deutsch-kolumbianisches Theaterprojekt mit einer Schule aus Kolumbien auf die Beine. Dafür werden einige Schüler sogar bald nach Südamerika Reisen. In den vergangenen Jahren stand das TSG im Rahmen eines „Chats der Welten“ mit der Escuela Normal Superior María Auxiliadora Schule in Copacabana/ Kolumbien intensiv im Austausch. „Schüler beider Länder aus verschiedenen Klassen sind seither über soziale Netzwerke in Kontakt und arbeiten gemeinsam an verschiedenen Themen,“ erzählt Michaela Conzelmann Lehrerin des TSG.

Ein Schwerpunkt lag von Anfang an auf der theaterpädagogischen Arbeit. 2017 hat das TSG für sein Engagement beim Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik den ENSA-Sonderpreis gewonnen. Dieser Preis ermöglicht den Schülern nun die Reise nach Kolumbien.

Das große deutsch-kolumbianisches Theaterprojekt heißt „Emigración fatal“. „Das Stück soll im Herbst 2019 in Kolumbien und im Frühjahr 2020 in St. Georgen aufgeführt werden“, erzählt Celina Wagner eine Schülerin des TSG. In dem Stück geht es um eine ferne Zukunft, in der die Erde aufgrund des Klimawandels und anderen Umwelteinflüssen unbewohnbar geworden ist. So, dass nur die Flucht auf den entdeckten paradiesischen Planeten Tambora als Ausweg bleibt. Einige Kinder werden dann als Test vorausgeschickt und müssen die Herausforderung des Lebens in der neuen Heimat meistert.

„Wir sind dankbar, dass wir für dieses Projekt Wolf Wilms gewinnen konnten, der normal in Kolumbien unterrichtet“, sagt Michaela Conzelmann. Der Professor ist Theaterregisseur in Kolumbien und langjähriger Dozent für Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Er kommt meist einmal im Monat, um mit den Schülern zu üben. Bereits im Juni wird er dann noch mal herkommen. „Damit trotz der zweisprachigen Texte alles verständlich wird, wird die Spielweise sehr choreografisch, mit Körpereinsatz ausgerichtet werden“, sagt Arved Räuber Schüler des TSG.

Ziele für die Schüler sei es, Bewusstsein für globale Zusammenhänge und im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele die Wichtigkeit weltweiter Kooperation und Solidarität zu schaffen. Es soll ein hochwertiger und völkerverständigungsfördernder Beitrag zum Kulturangebot der beteiligten Orte und Regionen geleistet werden. „Bisher sind die Begegnungen der Schüler immer gut gelaufen. Ich denke dadurch, dass ich auch beide Seiten kenne, kann ich auch ganz gut vermitteln“, sagt Wolf Wilms.

Auch Celina Wagner ist sehr begeistert von diesem Angebot. „Ich glaube, es ist einfach eine tolle Möglichkeit, nach Kolumbien zu gehen, bei der man viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln kann. Leider darf ich noch nicht mit nach Kolumbien, da die Reise erst ab 14 Jahren ist“, sagt sie.

Schon jetzt besteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Die Kolumbianer waren ja schon einmal hier und da hat die Kommunikation recht gut geklappt, teils mussten wir uns einfach mit Händen und Füßen zu verständigen“, sagt Arved Räuber.

„Für die erste Phase des Projekts werden 75 bis 80 Prozent der Kosten von dem ENSA-Sonderpreis getragen. Den Fehlbetrag müssen wir noch auftreiben. Für die zweite Phase hoffen wir auf eine erneute Förderung durch ENSA.“, sagt Michaela Conzelmann. Angesichts der veranschlagten Kosten von rund 22 000 Euro pro Reisezyklus und des großen Verwaltungsaufwands ist das TSG immer sehr dankbar für Unterstützung.

Das ENSA-Programm

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) ist ein 2005 gestartetes Förderprogramm für Schulpartnerschaften mit Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Dieses geht auf einen Beschluss von 2002 des Deutschen Bundestages zurück, ein Entwicklungspolitisches Jugendprogramm Solidarisches Lernen einzurichten. (lsp)

Hier sieht man, wie die Schüler den Haka-Schlachtruf ausführen, der auch in dem deutsch-kolumbianischen Stück vorkommen wird. | Bild: Lea Spormann

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